Microsoft setzt ab Mai temporär alle optionalen C- und D-Week-Updates für Windows auf unbestimmte Zeit aus. Dies teilte das US-Unternehmen aus Redmond in einer kurzen Mitteilung im Windows Message Center mit. Microsoft wird sich ab diesem Zeitpunkt auf die Bereitstellung von sicherheitsrelevanten Updates fokussieren. Dies gilt für alle unterstützten Versionen von Windows-Client- und Server-Produkten (Windows 10, Version 1909 bis Windows Server 2008 SP2 und Windows 7 SP1).

Als Grund für diese Entscheidung gibt Microsoft die aktuelle Gesundheitssituation an, die durch die Coronavirus-Krise verursacht ist. Das Unternehmen ist sich bewusst, dass dies auch Auswirkungen auf die Kunden des Unternehmens hat, schreibt Microsoft in der Mitteilung. Offenbar fehlen Entwickler und Tester vor Ort, um Updates für die Auslieferung vorzubereiten. Aber auch bei Kunden gibt es Engpässe, weil Administratoren und IT-Mitarbeiter damit beschäftigt sind, andere Brandherde zu löschen.

Microsoft teilt den Monat in A-, B-, C- und D-Weeks auf, und stellt wöchentlich jeweils unterschiedliche Updates für seine Produkte bereit. An den sicherheitsrelevanten Updates für MSI-Installationsvarianten von Microsoft Office in der A-Week und den Fehlerbehebungen für Windows am Patchday in der B-Week ändert sich nichts.

Abgesetzt werden dagegen die nicht-sicherheitsrelevanten Updates für Windows in der C- und D-Week, für Windows 7 SP1, Windows 8.1 sowie den Server-Pendants die Preview Rollup Updates. In Windows 10 sowie den Server-Varianten sind die Updates als optional klassifiziert. Sie werden nur über die Update-Suche gefunden und müssen in Windows 10 seit der Version 1903 manuell zum Download und zur Installation angestoßen werden.

In offiziellen Supportbeiträgen zu C- und D-Week-Updates werden meist umfangreiche Fehlerkorrekturen für die jeweiligen Windows-Versionen aufgeführt. Bugs können so per optionalem Windows Update ausgemerzt werden. Mitunter enthalten die Updates jedoch gravierende Fehler, sodass sie wieder zurückgezogen werden.

Bei den Preview Rollup Updates und den optionalen Updates für Windows 10 und Windows Server 2016/2019 handelt es sich um Vorschauen. Microsoft stellt die Updates Administratoren in Firmen für Tests bereit. Gleichzeitig hofft Microsoft über Telemetriedaten genügend Rückmeldungen zu bekommen, ob es Probleme mit den Updates gibt. Ansonsten wandern die Patches in die monatlichen Sicherheitsupdate-Pakete.

Durch die Aussetzung der optionalen Updates der C- und D-Woche entfällt die Möglichkeit zum Vorab-Testen. Für viele Administratoren und Anwender dürfte sich wenig ändern, sofern sie die Vorschau-Updates zur Installation bisher blockiert haben.

In Fällen, in denen gravierende Probleme mit einem Sicherheitsupdate auftraten, oder wenn gravierende Bugs das Arbeiten mit einer Windows-Version verhinderten, zogen sich die Probleme ohnehin über Monate hin, bevor ein funktionierender Patch bereitstand. An dieser Situation ändert sich mit dem Wegfall der Patches also unterm Strich wenig.

Aktuell stimmt Microsoft seine Geschäftspolitik täglich auf die Folgen der Coronavirus-Pandemie ab und reagiert mit verschiedenen Maßnahmen. So justierte Microsoft bereits zwei Mal den Funktionsumfang seiner Cloud-Dienste rund um Microsoft 365 neu.

Auch bei Windows 10 hat Microsoft reagiert. Ursprünglich sollte der Support für Sicherheitsupdates für Windows 10 Version 1709 Enterprise und Education am 14. April enden. Mittlerweile soll der Support für Windows 10 Version 1709 aber bis Oktober 2020 fortgeführt werden. Begründet wird die Support-Verlängerung mit den Belastungen der Administratoren durch die Corona-Krise.

Der am 12. Mai endende Support für Windows 10 Version 1809 (Oktober 2019 Update) Home und Pro soll nach bisherigen Planungen nicht verlängert werden. Unternehmenskunden bekommen für die Enterprise- und Education-Variante ohnehin noch Sicherheitsupdates bis Mai 2021. Wann das Frühjahrsupdate von Windows 10 Version 2004 freigegeben wird, ist derzeit noch unbekannt.


(olb)



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