Die Bedrohung durch Schurkenstaaten, Kriminelle und Extremisten wird in der Corona-Krise größer. Das zeigen zwei Analysen des amerikanischen Secret Service (USSS) zusammen mit dem FBI und des staatlichen Sicherheitsdienstes in Belgien (VSSE).

„Die Covid-19-Pandemie bietet Kriminellen Möglichkeiten wie niemals zuvor. Die Geschwindigkeit, mit der Kriminelle Pläne entwickeln und durchführen, sind wahrlich atemberaubend“, schreiben FBI und USSS. Die US-Sicherheitsbehörden widmen sich dabei vor allem den Cyberangriffen aus Nordkorea.

In der Analyse heißt es, Pjöngjang versuche vor dem Hintergrund der internationalen Sanktionen gegen das Regime mit allen Mitteln an Gelder zu kommen, um beispielsweise neue Waffenprogramme zu finanzieren: „Nordkoreas bösartige Cyberaktivitäten bedrohen die Vereinigten Staaten und die internationale Gemeinschaft, und sie stellen vor allem für die Integrität und die Stabilität des internationalen Finanzsystems eine Bedrohung dar.“

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Seit Jahren schon beobachtet Washington, wie Nordkorea erfolgreich durch Manipulationen im Cyberraum Gelder aus dem internationalen Finanzsektor klaut. Es geht um Milliarden. Dabei kommt etwa „Cryptojacking“ zum Einsatz, eine Schadsoftware, die Online-Währungen wie Bitcoins auf dem Computer oder dem Smartphone schürft. Oder „FastCash“, ein Trojaner, der Server von Banken und Geldautomaten angreift und unrechtmäßige Abbuchungen ermöglicht.

Die Amerikaner bezeichnen die kriminellen Cyberaktivitäten Nordkoreas mit dem Codewort „Versteckte Kobra“ (Hidden Cobra). In der Analyse von FBI und USSS heißt es dazu: „Nordkorea nutzt Cyberfähigkeiten, um Finanzinstitutionen zu bestehlen. Nordkorea hat eine Reihe von störenden und schädlichen Cyberaktivitäten gezeigt, die mit dem wachsenden internationalen Konsens über verantwortungsvolles Handeln im Cyberraum nichts zu tun haben.“

Die Warnungen aus Washington dürften die Europäer nicht kaltlassen. Soeben hat die EU-Kommission Pläne für einen 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbauplan nach der Corona-Krise vorgelegt. Hinzu kommen ein bereits verabschiedetes Programm aus Brüssel von bis zu 540 Milliarden Euro und die jeweiligen nationalen Rettungsprogramme zur Ankurbelung der Wirtschaft – es geht um weit mehr als 1000 Milliarden Euro, die unter großem Zeitdruck demnächst quer durch Europa fließen und größtenteils über Banken verteilt werden.

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Quelle: WELT / Stefanie von Drahten

Die Viruskrise ist für Kriminelle ein willkommener Anlass, um ihre Schadsoftware zu verbreiten. Mit Blick auf sogenannte Corona-Apps stellen die US-Behörden fest: „Betrüger nehmen Websites und mobile Apps ins Visier, die die Verbreitung von Covid-19 nachverfolgen und benutzen sie, um Malware einzuspeisen mit dem Ziel, Finanzdaten und persönliche Daten zu stehlen.“

Ein weiterer Trick laut den amerikanischen Sicherheitsdiensten: „Kriminelle benutzen Covid-19 als Köder, um eine schädliche Software (Ransomware) einzusetzen, die den Computer so lange blockiert, bis ein Lösegeld bezahlt wird.“

Feindliche Firmen-Übernahmen und gezielte Desinformation

Der staatliche Sicherheitsdienst in Belgien hat ebenfalls eine Analyse über Desinformation und Kriminalität während der Corona-Krise veröffentlicht. Sie trägt den Titel: „Die versteckte Gefahr hinter Covid-19“. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Probleme: feindliche Firmen-Übernahmen durch Akteure aus Drittstaaten und gezielte Desinformation zur Aufwiegelung bestimmter Personengruppen.

„Ausländische Mächte hoffen, die tiefe wirtschaftliche Krise, die es im Anschluss an die Corona-Krise geben wird, auszunutzen und trachten danach, Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten zu übernehmen“, schreiben die belgischen Sicherheitsbehörden.

Zum zweiten Problem heißt es: „Die sozialen Medien werden geflutet mit Falschinformationen über Covid-19 mit dem Ziel, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen.“ Ein weiteres Ziel dieser Strategie sei aber auch, „die Autorität der Regierung Belgiens und der medizinischen Experten zu unterminieren“. Rechtsextremisten wie die „Messer von Flandern“ behaupteten etwa, das Coronavirus habe sich aus dem Grippeimpfstoff entwickelt.

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Andere rechte Gruppierungen wie die Partei „Nation“ fabulierten, dass im Rahmen einer Fatwa, also einer muslimischen Rechtsauskunft, Corona-infizierte Muslime „Nichtgläubigen ins Gesicht husten“ sollen. Zudem würde Einwanderung die Pandemie deutlich verstärken.

Die Rechtsextremisten machten sogar konkrete Ortsangaben und verbreiteten, dass Asylsuchende aus dem Asylzentrum in Mouscron Belgier in der Nachbarschaft anstecken würden. Und die ultrarechte, in mehreren EU-Ländern verbreitete prorussische Rechtsextremisten-Truppe „Squadra Europa“ griff in ihren Postings gleich Kanzlerin Angela Merkel persönlich an: „Russland schickt Hilfe nach Italien, während Merkel den Export von medizinischer Ausrüstung verbietet“.

Aber auch Linksextremisten und Anarchisten versuchen die Corona-Krise für ihre Zwecke zu nutzen. Die selbst ernannten Anarchisten von der Website „Indymedia Bruxsel“ haben laut belgischen Sicherheitsbehörden dazu aufgerufen, „Covid-19 zu nutzen, um Gewalt gegen Polizisten und Justizpersonal zu begehen und zudem die Telekom-Infrastruktur zu beschädigen, um soviel Schaden wie möglich für unsere Gesellschaft anzurichten“.

Unter den Drittstaaten verfolgt laut der Analyse vor allem Russland eine gezielte Desinformationsstrategie: „Das Ziel ist, den sozialen Zusammenhalt zu zerstören.“ Gleichzeitig sollen die Menschen in Russland aber überzeugt werden, dass Moskau die Corona-Krise am besten kontrolliere. „Die am meisten verbreitete Theorie ist, dass das Virus eine biologische Waffe ist, die in Laboren entstanden ist und von Migranten weiter verbreitet wird.“

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Quelle: WELT/Steffen Schwarzkopf



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