Das Coronavirus und die damit einhergehenden Sicherheitsmaßnahmen machen auch vor dem Weltkriegsgedenken nicht halt. Ganz ohne großen Begleittross legte Bundespräsident Alexander Van der Bellen gestern auf dem Appellplatz des ehemaligen Lagers Mauthausen einen Kranz nieder.

“Fassungslos – auch heute noch – und voll Scham verneigen wir uns vor den Opfern von damals”, hatte der Bundespräsident schon tags zuvor in einer Videobotschaft erklärt: “Voll Demut bekennen wir ein, dass wir das Geschehene nicht ungeschehen machen können. Und auch wenn die Nachgeborenen keine Schuld trifft – Verantwortung müssen wir dennoch übernehmen.”

Video: Vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Mauthausen von amerikanischen Soldaten befreit. Insgesamt wurden hier und in den 40 Außenlagern mehr als 200.000 Menschen inhaftiert, die Hälfte von ihnen wurde ermordet.


“Holocaust war der Endpunkt”

Am Anfang sei das Schweigen und das Wegschauen angesichts von Antisemitismus und Rassismus gestanden. “Mauthausen ist nicht vom Himmel gefallen. Der Holocaust war der grausame Endpunkt”, sagte Van der Bellen.

“Viele Österreicher waren Täter. Österreich bekennt sich zu seiner Mitschuld an den Verbrechen des Nationalsozialismus”, betonte der Bundespräsident. Für die Verfolgten und Ermordeten sei Mauthausen ein Symbol ihrer Leiden. “Mauthausen ist eine Mahnung. Mauthausen ist das Stein gewordene ,Niemals wieder!’.” Heute bedeute dies, dass es keine Toleranz gegenüber Rassismus und Antisemitismus geben dürfe: “Die Menschenwürde ist unteilbar.”

Eine traditionelle Mauthausen-Befreiungsfeier am 10. Mai wird es heuer trotz des Virus geben, allerdings findet diese online auf der Website des Mauthausen Komitees Österreich statt. Von 1938 bis zur endgültigen Befreiung des KZ am 7. Mai 1945 durch die 11. Panzerdivision der Dritten US-Armee kamen 200.000 Gefangene nach Mauthausen, die Hälfte von ihnen überlebte die NS-Vernichtungsmaschinerie nicht.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erinnerte gestern an die historische Verantwortung Österreichs “für die dunkelsten Seiten der Geschichte”: “Mauthausen steht wie kein zweiter Ort in unserem Land für die Schrecken des NS-Terrorregimes. Umso wichtiger ist es, sich auch heute der Verantwortung der Geschichte zu stellen.” Diese “dunkelsten Seiten” dürften niemals in Vergessenheit geraten. Mauthausen sei heute der “zentrale Gedenk- und Erinnerungsort für die Gräuel des Nationalsozialismus in Österreich”, betonte auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). Man dürfe nicht vergessen, dass in Mauthausen “auch Österreicher Täter” waren.

Der Nationalsozialismus sei in vielen kleinen Schritten gekommen, sagte SP-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner und mahnte gestern kollektive Wachsamkeit ein: “Menschlichkeit ist unsere Pflicht.” FPÖ-Parteichef Norbert Hofer bezeichnete die Mauthausen-Befreiung als Warnung: “Wir alle müssen daran arbeiten, dass sich dieses dunkle Kapitel der Geschichte nicht mehr wiederholen kann.” Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger sieht das Gedenken auch als Auftrag, “jeden Tag überzeugt gegen jede Art von Ausgrenzung und Einschränkung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten einzutreten.”

In Linz gedachte die Arbeitsgemeinschaft der NS-Opferverbände und Widerstandskämpfer der Befreiung der Stadt gestern mit einer Kranzniederlegung beim Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus.

Zitiert

„Es ist unerlässlich, sich an die Gräueltaten und Verbrechen, die im Nationalsozialismus begangen wurden, zu erinnern.“
Sebastian Kurz, Bundeskanzler VP

„Uns muss immer bewusst sein, dass in Mauthausen auch Österreicher Täter waren.“
Werner Kogler, Vizekanzler Grüne

„Vergessen wir nicht, dass der Nationalsozialismus in vielen kleinen Schritten kam.“
Pamela Rendi-Wagner, SP-Chefin

„Wir alle müssen daran arbeiten, dass sich dieses dunkle Kapitel der Geschichte nicht wiederholen kann.“
Norbert Hofer, FPÖ-Obmann

„Wir müssen jeden Tag erneut für die Freiheiten, die wir durch die Befreiung vom NS-Regime erlangt haben, einstehen.“
Beate Meinl-Reisinger, Neos


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Bildergalerie: Van der Bellen gedachte im KZ-Mauthausen der Opfer

Bild: FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR


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