Cyber-Kriminalität

Einer Studie des Branchenverbands Bitkom zufolge verursachten digitale Angriffe in den vergangenen beiden Jahren bei 70 Prozent der deutschen Unternehmen einen Schaden.



(Foto: dpa)

München Cyberangriffe richten in der Wirtschaft Milliardenschäden an. Vor zwei Jahren gründeten Siemens und die Sicherheitskonferenz daher die Initiative „Charter of Trust“. Ziel ist es, Regeln für die Cybersicherheit im vernetzten Leben zu formulieren und umzusetzen. Nun nimmt das Bündnis neue Partner auf und formuliert neue Regeln für Produkte, wie am Freitag verkündet wurde. Bei Neueinführung sollen diese Produkte mit voreingestellter Cybersicherheit ausgeliefert werden.

Der Initiative für mehr Cyber-Sicherheit gehören Unternehmen wie Airbus, die Allianz, Cisco, die Deutsche Telekom und IBM an. Mit dem Beitritt von Infineon, NXP und dem Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering ist die Zahl der Mitglieder nun auf 17 angewachsen. „Cybersecurity ist in jedem unserer Geschäfte mit digital vernetzten Produkten der Schlüsse für das Vertrauen der Kunden und die Grundlage für nachhaltigen Erfolg sowie die Basis eines starken Ökosystems“, sagte Siemens-Vizechef Roland Busch.

Laut dem Center for Strategic and International Studies richteten Cyberangriffe allein im Jahr 2018 einen weltweiten Schaden von mehr als 500 Milliarden Euro an. Im Fokus der Attacken stehen auch viele deutsche Unternehmen. Einer Studie des Branchenverbands Bitkom zufolge verursachten digitale Angriffe in den vergangenen beiden Jahren bei 70 Prozent der deutschen Unternehmen einen Schaden.

„Umfang und Qualität der Angriffe auf Unternehmen haben dramatisch zugenommen“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Freizeithacker von früher haben sich zu gut ausgerüsteten und technologisch oft sehr versierten Cyberbanden weiterentwickelt – zuweilen mit Staatsressourcen im Rücken.“

Mit der „Charter of Trust“ sollen daher einheitliche Regeln und Standards forciert werden. Im vergangenen Jahr hatte das Bündnis Mindestanforderungen für Sicherheit in den Lieferketten vereinbart. Siemens zum Beispiel führte diese in den vergangenen Monaten ein und verlangt von Lieferanten, dass diese gewisse Sicherheitsnormen einhalten.

In diesem Jahr einigten sich die Partner darauf, welche Sicherheitsmerkmale in Produkten der nächsten Generation standardmäßig aktiviert sein sollen. Das reiche von starken Authentifizierungsverfahren über die eindeutige Identität eines Produkts bis hin zu der Anforderung, dass Passwörter bei der ersten Verwendung geändert werden müssen. All diese Anforderungen würden in den Mitgliedsunternehmen nun für das Portfolio der nächsten Generation ausgerollt.

Die Mitglieder der Initiative beschlossen außerdem, die Aus- und Weiterbildung in Fragen der Cybersicherheit zu fördern, auch für kleinere und mittelständische Unternehmen, die zunehmend in den Fokus von Cyberattacken gerieten. In Deutschland habe die Charter of Trust beispielsweise mit der „Allianz für Cybersicherheit“ eine Reihe von Lehrmaterialien entwickelt, darunter zum Beispiel eine Notfallkarte, die einfach erkläre, was im Fall einer Cyberattacke zu tun ist.

Mit der zunehmenden Vernetzung dürften die Risiken in den kommenden Jahren noch steigen. Dem Telekomausrüster Cisco zufolge sind derzeit etwa 50 Milliarden vernetzte Geräte in Gebrauch. Damit hat sich die Zahl seit 2015 verdoppelt. Bis 2030 könnten es 500 Milliarden sein.

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